allgemeine Infos

Seit dem 01. Januar 1995 gibt es die Pflegeversicherung. Diese Versicherung soll die soziale Absicherung von Pflegebedürftigen umfassend verbessern. Die Pflegereform wurde im Juli 2008 umgesetzt. Durch die Pflegereform sind weitere Fortschritte zur Verbesserung der Situation von Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegekräften erreicht worden. Nach wie vor ist der Informationsbedarf in Fragen Pflegeversicherung hoch. Wir haben hier für sie einige Informationen zusammengefasst. Hierbei möchten wir Sie über Möglichkeiten der Pflege, die unterschiedlichen Hilfen und die finanzielle Unterstützung der Pflegekassen informieren.

Bei einer bestehenden Pflegebedürftigkeit müssen ganz individuelle Entscheidungen getroffen werden. Gerne helfen wir Ihnen dabei und stehen Ihnen jederzeit mit unserer persönlichen Beratung zur Seite.

Wer ist Pflegebedürftig?

Pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetztes sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, jedoch voraussichtlich für mindestens 6 Monate in erheblichem oder hohem Maße der Hilfe bedürfen.

Stufen der Pflegebedürftigkeit

Stufe 1

Dazu gehören Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrmals in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Tagesdurchschnitt muss mindestens 1,5 Stunden betragen, wobei der pflegerische Aufwand mehr als 45 Minuten betragen muss.

Stufe 2

Dazu gehören Personen, die mindestens dreimal täglich Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität und zusätzlich mehrmals in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Tagesdurchschnitt muss mindestens 3 Stunden betragen, wobei der pflegerische Aufwand mehr als 2 Stunden betragen muss.

Stufe 3

Dazu gehören Personen die rund um die Uhr der Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung bedürfen. Der Hilfebedarf muss regelmäßig rund um die Uhr bestehen. Auch in der Nacht. Der Tagesdurchschnitt muss mindestens 5 Stunden betragen, wobei der pflegerische Aufwand mindestens 4 Stunden betragen muss

Wie kann ich Pflegeleistungen beantragen?

Die Grundvoraussetzung für die Gewährleistung von Pflegeleistungen seitens der Pflegekasse ist die Antragstellung durch den Pflegebedürftigen ggfs. Angehörigen bei seiner Pflegekasse. Dieses gilt für die ambulante wie auch die vollstationäre Pflege.

Nachdem der Antrag bei der zuständigen Pflegekasse eingegangen ist, schaltet diese den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein. Der MDK ist eine unabhängige Einrichtung, die von allen Kranken- und Pflegekassen in Anspruch genommen wird.

Durch eine persönliche Begutachtung seitens des Medizinischen Dienstes wird geprüft ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt.

Aufgrund des dann erstellten Gutachtens wird eine Empfehlung an die Pflegekasse weitergeleitet und diese entscheidet dann über die maßgebende Pflegeeinstufung und teilt das Ergebnis dem Pflegebedürftigen mit.

Jeder Pflegebedürftige der in eine Pflegestufe eingestuft ist, hat einen Anspruch auf folgende Leistungen der Pflegekassen

  • Pflegegeld
  • Pflegesachleistungen
  • Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson
  • Kurzzeitpflege
  • Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz nach §45b SGB XI

Pflegegeld

Pflegebedürftige können ein Pflegegeld beantragen. Dieses setzt voraus, dass die Pflege durch eine Privatperson (Angehörige, Nachbarn etc. aber keine Pflegefachkraft) erbracht wird und mit dem Pflegegeld die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sicherstellt und gewährleistet ist.

  Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
ab 2010 225 € 430 € 685 €
ab 2012 235 € 440 € 700 €

Pflegesachleistung

Pflegebedürftige die im häuslichen Bereich durch professionelle Pflegekräfte (Mitarbeiter von Pflegediensten) gepflegt werden, und durch diese Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung als Sachleistung erhalten, haben einen Anspruch auf die Übernahme der anfallenden Kosten durch die Pflegekasse.

Die ambulanten Sachleistungsbeträge sind wie folgt:

  Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
ab 2010 440 € 1040 € 1510 €
ab 2012 450 € 1100 € 1550 €

Verhinderungspflege

Sollte eine Pflegeperson aus verschiedenen Gründen (z.B. Krankenhausaufenthalt) ausfallen bzw. die Pflege nicht mehr durchführen können, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für eine Ersatzpflege für bis zu 28 Tagen. Hierunter fällt auch die Stundenweise Verhinderungspflege, die jedoch nur als Ersatzpflege mit weniger als 8 Stunden am Tag geleistet werden darf. Diese kann ebenfalls bei der Pflegekasse beantragt werden.

Um die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen zu können, muss die Pflegeperson den Pflegebedürftigen, mindestens 6 Monate vor der Verhinderung gepflegt haben.

Die Höhe der Leistungen betragen:

2010 bis zu 1510 €
2012 bis zu 1550 €

Kurzzeitpflege

Es besteht weiterhin die Möglichkeit Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen, sofern die häusliche Pflege nicht, noch nicht oder nicht in erforderlichem Umfang erbracht werden kann. (z.B . nach einem Krankenhausaufenthalt, bei einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Pflegebedürftigen).

Hier kann der Pflegebedürftige die Leistung für die stationäre Versorgung für längstens 4 Wochen je Kalenderjahr bei der Pflegekasse beantragen.

Hier gelten für jede Pflegestufe unterschiedliche Pauschalbeträge die Sie bei Ihrer Pflegekasse erfragen bzw. beantragen können.

Leistungen bei Pflegebedürftigen mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Zusätzlich zu den Leistungen der Pflegeversicherung, können Patienten mit einer demenziellen Erkrankung und behinderte Menschen, weitere finanzielle Hilfen erhalten.

Je nach Betreuungsbedarf können Personen mit eingeschränkten Alltagskompetenzen einen Betreuungsbetrag von monatlich 100,-- € bis zu 200,-- € erhalten.

Auch Personen die noch nicht die Vorraussetzung einer Pflegestufe erfüllen können (Pflegestufe 0) haben bei eingeschränkter Alltagskompetenz einen Anspruch auf diese zusätzlichen Leistungen.

Die Betreuungsleistungen können durch einen ambulanten Pflegedienst oder durch eine Demenzgruppe erbracht und abgerechnet werden.

Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel dienen dazu dem Pflegebedürftigen eine möglichst selbständige Lebensführung zu ermöglichen, die Pflege zu erleichtern und die bestehenden Beschwerden zu linder.

Hier finden Sie einige Beispiele an Pflegehilfsmitteln die Sie bei Ihrer Pflegekasse beantragen können:

  • Pflegebetten
  • Pflegebettenzubehör
  • Pflegebettenzurichtungen
  • Spezielle Pflegebettentische
  • Pflegeliegestühle
  • Waschsysteme
  • Duschwagen
  • Produkte Ausscheidung z.B. Bettpfanne, wieder verwendbare saugende Bettschutzeinlagen, Urinflaschen)
  • Desinfektionsmittel
  • Lagerungssysteme
  • Saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch
  • Schutzbekleidung ( Einmalhandschuhe, Mundschutz)
  • Hausnotrufsysteme

Weitere Leistungen der Pflegeversicherung bei Pflegeeinstufung

  • Leistungen der sozialen Sicherung der privaten Pflegeperson

  • Pflegekurse für pflegende Angehörige

  • Tages- und Nachtpflege

Kirchliche Sozialstation Daaden - Herdorf e. V.
Hauptstraße 41  ·  57562 Herdorf
Fax 02744 9303-13  ·  info@kisoz.de

24 Stunden Rufbereitschaft
auch an Sonn- und Feiertagen

02744 9303-10